Mittwoch, September 08, 2010

Nürburgring - unendliches - unentgeltliches Chaos?

Das Finanzdesaster am Nürburgring geht weiter und hat nahezu unendliche Facetten: Hat die Landesgerierung, vertreten durch den Finanzminister, dem Kreis Ahrweiler noch schriftlich versichert, die Finanzierung werde zu 100 % privat erfolgen, wissen wir heute, dass dies Luftschlösser waren - in der Zwischenzeit steht fest, dass ein Herr Richter kein Investor ist sondern ein "Projektentwickler", dem das Land vertraglich einige Millionen Euro geschenkt hat und die Finanzierung des Rings alleine aus Steuermitteln erfolgt.

Die Verträge, die das Land auf Jahre hinaus finanziell binden, liegen nicht offen - da der gemeine Bürger und Steuerzahler nicht erfahren darf, wie die Regierung die Millionen Euro sinnlos verschleudert. Aber einige Details erfahren wir schon: Grundlagen für eine Schätzung der Besucherzahlen gab es nie - man hat sich einfach gedacht, dass es nicht schlecht wäre, wenn 500.000 Besucher jährlich kämen - heute wäre die Regierung schon froh, wenn es 100.000 Menschen im Jahr wären, die den Weg an den Ring fänden. Die tatsächlichen Zahlen sind allerdings noch weit, sehr weit davon entfernt. Und fertig gebaut ist das moderne Touristenzentrum noch lange nicht.

Jetzt noch diese Mietteilung: die Mieteinnahmen bleiben deutlich hinter den Kalkulationen zurück. Wegen Mängel inder Ausstattung hat die Vermietergesellschaft bei einigen Mietern auf erhebliche Mietforderungen verzichtet, im letzten Jahr - 2009 - haben von 25 Mietern auf dem Gelände nur 5 Mieter überhaupt Pacht gezahlt, insgesamt kamen Pachteinnahme von ca. 58.000 € in die Kassen, Der Verlust von mehreren 100.000 € spielt offensichtlich keine Rolle mehr für dieses hoch verschuldete Land. Ein Mieter am Nürburgring ist bereits insolvent - der Verlust für das Land ist bislang öffentlich nicht bekannt gegeben.

Das Projekt am Nürburgring wird die öffentlichen Kassen über Jahre belasten, einige wenige Privatpersonen, werden sich kräftig biedenen können: über Jahre hinaus. Sie werden sich darauf berufen, dass sie lediglich erhalten, was diese Regierung ihnen vertraglich zugesichert hat. Ein Grund mehr, dieser Regierung die rote Karte zu zeigen.

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