Mittwoch, Oktober 13, 2010

Gysi: „Selbstbeschäftigung und Passivität“

Frankfurt/Main (dapd). Gregor Gysi wirft seiner Partei Versäumnisse vor. "Wir sind seit der Bundestagswahl in Selbstbeschäftigung und Passivität verfallen", kritisierte er in der "Frankfurter Rundschau". Dass die Linke in Umfragen auf der Stelle trete, sei vor allem ihr eigenes Verschulden. Gysi sagte, der Protest gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" zeige, dass gerade ein rebellisches Bürgertum entstehe. "Das können wir nicht den Grünen überlassen, die vor allem das vornehme Bürgertum vertreten", sagte Gysi. "Wir haben uns zu lange ausgeruht auf der Basis, die wir hatten." Gysi sagte, seit dem Abgang des früheren Parteichefs Lafontaine fehle der Partei ein bekanntes Gesicht aus dem Westen. Der neue Vorsitzende Ernst sei zwar bekannt, aber nicht so wie Lafontaine. Auch habe die Kontroverse um die üppigen Bezüge Ernsts der Linken geschadet. "Die Sache mit den drei Gehältern sah doof aus, da kann man sagen, was man will", sagte der Fraktionschef.

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