Mittwoch, August 08, 2012

Linken-Chef Riexinger fordert Organspende-Report



Organspende: Weitere Rufe nach neuen Regeln

(dapd/ard) - Nach den jüngsten Skandalen um die Organspende fordert der Linksparteivorsitzende Riexinger einen Katalog vertrauensbildender Maßnahmen. "Erstens müssen wir die Vergabe von Spenderorganen unter staatliche Aufsicht stellen", sagte er den Zeitungen der WAZ-Gruppe (heute) und dem Internetportal "DerWesten". Dafür müssten die Gesundheitsämter mehr Personal und Kompetenzen bekommen. "Zweitens muss regelmäßig ein Organspendereport veröffentlicht werden, damit sichergestellt wird, dass der Erhalt eines Spenderorgans nicht vom Geldbeutel abhängt", sagte Riexinger weiter. Drittens brauche man härtere Kontrollen für die Organspende und schärfere Strafen bei Missbrauch.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Montgomery, dringt darauf, die Kontrollen bei der Vergabe von Spenderorganen zu verbessern. "Wir wollen das Vier-Augen-Prinzip einführen, bei dem ein unabhängiger Arzt feststellen muss, wie krank der Empfänger wirklich ist", sagte er der "Bild"-Zeitung. So sollten Fälschungen verhindert werden

Der Ärztliche Direktor der Berliner Charité, Frei, schlägt eine Verfahrensänderung bei der Zuteilung von Organspenden vor, die außerhalb des regulären Eurotransplant-Wartelistensystems vorgenommen werden. Die Entscheidung darüber, wer ein Organ bekommt, solle immer auch von Experten an einem anderen Zentrum überprüft werden, sagte er der "Berliner Morgenpost" (heute). Wenn die Handelnden sich untereinander noch stärker als bisher kontrollierten, könne das helfen, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.

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